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Pressestimmen aus den vergangenen Jahren im "Archiv Pressestimmen"
 

 

 
 
Für die Presse

Die Männerarbeit der EKD und die Gemeinschaft der katholischen Männer Deutschlands haben eine Studie in Auftrag gegeben, die die Formen unsichtbarer Religion bei „Kirchen fernen“ Männern untersucht. Unter der Prämisse, dass Menschen unaufhebbar in soziale Welt- und individuelle Sinndeutungssysteme eingebunden sind, geht es in der Studie darum, die Deutungen zu erfassen, die von den Männern berichtet werden. Dabei lassen sich fünf Leitmotive unterscheiden, die als häufigste genannt wurden:

 a) Das Leben als Kampf

b) Das Leben als Beziehung

c) Das Leben als Lernen und Abenteuer

d) Das Leben als Erschaffen

e) Das Leben zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung

 Diese Motive schließen sich dabei weder gegenseitig aus noch werden sie als ergänzend verstanden. Lebensbereiche wie z.B. Partnerschaft, Beruf oder Krankheiten werden viel mehr sehr unterschiedlichen Leitmotiven beziehungsweise Kombinationen von Leitmotiven zugeordnet. Die Männerarbeit der EKD und die Gemeinschaft der katholischen Männer Deutschlands haben eine Studie in Auftrag gegeben, die die Formen unsichtbarer Religion bei „Kirchen fernen“ Männern untersucht. Unter der Prämisse, dass Menschen unaufhebbar in soziale Welt- und individuelle Sinndeutungssysteme eingebunden sind, geht es in der Studie darum, die Deutungen zu erfassen, die von den Männern berichtet werden. Dabei lassen sich fünf Leitmotive unterscheiden, die als häufigste genannt wurden:

 a) Das Leben als Kampf

b) Das Leben als Beziehung

c) Das Leben als Lernen und Abenteuer d) Das Leben als Erschaffen

e) Das Leben zwischen Selbstbestimmung und Fremdbestimmung

 Diese Motive schließen sich dabei weder gegenseitig aus noch werden sie als ergänzend verstanden. Lebensbereiche wie z.B. Partnerschaft, Beruf oder Krankheiten werden viel mehr sehr unterschiedlichen Leitmotiven beziehungsweise Kombinationen von Leitmotiven zugeordnet.

Wie sind diese Leitmotive und damit die Welt- und Lebensdeutungen von Männern zu beurteilen?

Inwiefern sind sie religiös identifizierbar?

In welcher Beziehung stehen sie zu den Inhalten der christlichen Glaubenstradition?

Unter diesen und weiteren Fragen wird die Männerarbeit der EKD die Ergebnisse der Studie auswerten. Dabei verbietet sich eine vorschnelle Vereinnahmung im Sinne missionsstrategischer Verwertbarkeit. Denn Kirche wird von den Männern als im Wesentlichen unattraktive Größe erlebt, die nicht zur Erfüllung der eigenen Lebensmotive beiträgt und in Weltdeutungsfragen wenig gesprächsbereit ist. Kirche ist akzeptiert in der rituellen Gestaltung von Lebensphasen, als diakonisch-soziale Einrichtung und als Beitrag zur Werteerziehung der Kinder.

Zur Entwicklung und Vertiefung weltanschaulicher Kompetenz in einer religiös pluralisierten Welt aber kommt Kirche für die Männer nicht oder nur in Gestalt einzelner charismatischer Vertreter in den Blick.

HEINZ-GEORG ACKERMEIER, Männerarbeit EKD

 

Vorläufiges Fazit aus den Ergebnissen der Bayreuther Studie und den EKD-Studien:

Viele männliche Kirchenmitglieder verharren in „treuer Halbdistanz" zur Kirche und lassen sich, bildlich gesprochen, bestenfalls ein paar Zentimeter in Richtung Kirche bewegen. Wenn man sich jedoch die große spirituelle Vielfalt und die starke religiöse Vitalität vor Augen führt, die die Bayreuther Studie aufgedeckt hat, macht das Mut und Lust, auf Entdeckungsreise zu gehen: bei uns selbst (mir jedenfalls und den Männern, mit denen ich gesprochen habe, war einiges aus der Studie vertraut), bei den Männern, die wir kennen und religiös zu kennen meinen - und bei den Männern, die wir als „kirchenfern" oder „distanziert" bezeichnen und denen wir jetzt mit neuem, erweiterten Wahrnehmungsraster begegnen können. Sicherlich werden wir die „Hausaufgaben" machen müssen, die uns der Autor ins Stammbuch schreibt: im Blick auf kirchliche Verkündigung, kirchlichen Kommunikations-! stil und den Alltagsbezug der Kirche zum Leben der Menschen. Wir werden uns der Kritik stellen müssen und Konsequenzen zu ziehen haben. Doch wird es sich für uns Männer in der Männerarbeit und unsere Kirche im Ganzen lohnen, auf die in der Studie analysierten Männer zuzugehen und ihnen Brücken zur Kirche zu bauen. Wir können letztlich dabei nur gewinnen.

 

Parallele zur zweiten EKD-Mitgliedschaftsbefragung

 „Was wird aus der Kirche?" von 1984:

Für den erwachsenen, männlichen „Normalbürger" als Kirchenmitglied ist die Kirche vor allem - mit leichter Ironie - „Kirche für Andere": Kirche ist nichts (oder kaum etwas) für den Alltag, sondern etwas für die außeralltäglichen Situationen zwischen Geburt und Tod, und im Alltag ist Kirche in erster Linie für die „Anderen", für die Noch-nicht- oder Nicht-Mehr-Erwachsenen da, das heißt: einerseits für Kinder oder für Alte und Gebrechliche ... Das Mann nicht aus der Kirche austritt und sogar Kirchensteuer zahlt, rührt daher, dass auch dieser erwachsene, männliche „Normalbürger" eine Ahnung davon hat, in Zukunft einmal nicht mehr ein aktiver, und das heißt vor allem: erwerbsarbeitsaktiver und körperlich unbeeinträchtigter Mann zu sein! Dafür, gewissermaßen als biografisch-spirituelle Rückversicherung, bleibt Mann in der Kirche ...

Rainer Volz

 

Sinn gibt es nicht zu kaufen. Er liegt nicht wie in einem Supermarkt in einem Regal, so dass man zwischen verschiedenen Sinnangeboten nach belieben 'auswählen könnte. Lebenssinn für sich selbst zu entdecken und zu beschreiben ist sehr eng verbunden mit der eigenen Person und der eigenen Lebensgeschichte. Wo Sinn erfahren wird zeigt sich: Er stammt nicht aus eigener Herstellung, sondern ist Geschenk.

Was als sinnstiftend erlebt wird, verändert sich im Laufe der Zeit. Vorstellungen und Ideen privater und politischer Art erweisen sich häufig als Illusionen - Enttäuschungen sind die Folge: die Begeisterung für die Karriere bekommt einen Knick, das Leben für die Familie hat Krisen; Spaß-Events lassen Leere zurück; politische Begeisterung erlebt ihre Grenzen.

„ Wohin sollen wir gehen, du hast Worte des ewigen Lebens " sagt Petrus zu Jesus in einem Gespräch. Daran knüpft sich die Frage, wie sich aus biblischer Überlieferung heraus Lebenssinn erschließt. Gibt es z.B. eine spezifisch weibliche oder männliche Perspektive in biblischen Gebeten? Ein Blick auf eine aktuelle Studie der Männerarbeit der EKD zur verdeckten Religiosität bei Männern führt zu der Frage, wie Lebenssinn aus dem Glauben im Leben von Männern heute Gestalt und Sprache finden kann.

Dieter Rothardt, Landesmännerpfarrer Westfalen

 

Auf der alten Glocke, neben dem Kirchenportal der Johanneskirche Dortmund, gibt es eine Inschrift mit folgendem Inhalt: „Habt die Brüder lieb“. So die Arbeit an, mit und durch den Mann verstanden wissen, will die „Arbeitsgemeinschaft Männer und Kirche in der VKK“ diesen Tag  nutzen, um das neue Jahresthema der Männerarbeit EKD vorzustellen und entsprechendes Arbeitsmaterial für die Arbeit in den Gemeinden anbieten. Es hat die Ergebnisse der verschiedenen Studien der vergangenen Jahrzehnte zum Verhältnis von Männern zur Kirche zum Inhalt. In Zeiten, in denen viele Menschen (in der Masse Männer) aus der Kirche austreten, scheint es besonders wichtig, nicht nur festzustellen das dass so ist, sondern auch nach den Hintergründen zu fragen und dementsprechende Schlüsse zu ziehen.

Peter Theunissen, Vorsitzender der Laienorganisation „Männnerarbeit VKK-DO“ und amtierender Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Männer und Kirche i. d. VKK-DO“

 

 

  

 

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